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🇮🇩 Bali – was ist aus der Trauminsel geworden

vor 6 Tagen
10 Min. Lesezeit


Bali 2026

Wie ich die Insel erlebte

Kaum eine Insel in Südostasien wird so sehr mit dem Begriff „Trauminsel“ verbunden. Reisfelder, Palmen, Tempel, Vulkane, Dschungel, Strände und spektakuläre Sonnenuntergänge – die Bilder kennt vermutlich jeder aus Reisekatalogen, von Instagram oder YouTube. Bali stand deshalb auch auf meiner Liste. Gleichzeitig war ich bereits vor meiner Reise etwas skeptisch. Seit Jahren hört und liest man vom enormen Tourismusboom, überfüllten Straßen, immer neuen Hotels und Villen und Gegenden, die mit dem ursprünglichen Bali nur noch wenig gemeinsam haben sollen. Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen. Und nach dieser Reise fällt mein Fazit ziemlich gemischt aus. Denn eines möchte ich gleich vorwegnehmen: Bali ist für mich keine hässliche Insel. Ganz im Gegenteil. Dort, wo die ursprüngliche Landschaft noch vorhanden ist, kann Bali traumhaft schön sein. Was mich enttäuscht hat, ist vielmehr das, was man aus großen Teilen dieser Insel gemacht hat.


🛵 Mein Plan: Zwei Monate Indonesien


Für Indonesien hatte ich mir ungefähr zwei Monate Zeit genommen:

🌴 etwa einen Monat Bali 🏝️ etwa einen Monat Lombok

Bali war dabei meine erste Station. Nach meiner Ankunft wollte ich die Insel Stück für Stück mit dem Roller erkunden und dabei möglichst unterschiedliche Regionen kennenlernen – vom touristisch geprägten Süden über das Landesinnere bis in den Norden und Osten der Insel. Anschließend sollte es mit der Fähre weiter nach Lombok gehen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie unterschiedlich ich die beiden Inseln am Ende erleben würde. Gerade diese Art des Reisens gefällt mir. Mit dem Roller ist man unabhängig, kann spontan anhalten, kleinere Straßen nehmen und entdeckt unterwegs oft Orte, die man sonst wahrscheinlich nie gesehen hätte.

Denn für mich gilt auch auf Reisen: Der Weg ist das Ziel.


🌏 Bali gehört zu Indonesien

Zunächst etwas, das erstaunlicherweise nicht jedem bewusst ist:

Bali ist kein eigenes Land. Bali ist eine Provinz Indonesiens und damit Teil des riesigen indonesischen Inselstaates mit seinen Tausenden Inseln.

Die Provinz Bali hat rund 4,5 Millionen Einwohner. Ihre Hauptstadt ist Denpasar.

Neben der eigentlichen Insel Bali gehören auch kleinere Inseln wie Nusa Penida, Nusa Lembongan und Nusa Ceningan zur Provinz. Mit einer Fläche von ungefähr 5.600 Quadratkilometern ist Bali nicht besonders groß. International gehört die Insel trotzdem zu den bekanntesten Reisezielen Asiens. Und der Tourismus hat enorme Dimensionen erreicht. Allein 2025 wurden knapp 7 Millionen direkte internationale Besucherankünfte auf Bali registriert. Hinzu kommen indonesische Reisende sowie Besucher, die über andere Teile Indonesiens auf die Insel gelangen.

Der Tourismus prägt Bali entsprechend stark.



🌴 Was ich von Bali erwartet hatte

Natürlich kannte auch ich die berühmten Bilder.

  • Grüne Reisterrassen.

  • Palmen.

  • Tempel.

  • Dschungel.

  • Vulkane.

Kleine Straßen durch tropische Landschaften. Und diese Bilder sind nicht erfunden.

Dieses Bali existiert tatsächlich noch. Ich habe auf meiner Reise wunderschöne Landschaften gesehen. Besonders das Landesinnere, die Berge, die Vulkanlandschaften und einige weniger erschlossene Gegenden haben mir gut gefallen. Manchmal fährt man mit dem Roller durch eine Landschaft und möchte am liebsten alle paar hundert Meter anhalten. In diesen Momenten konnte ich verstehen, warum Bali diesen außergewöhnlichen Ruf bekommen hat. Doch genau solche Orte waren für mich eher die Ausnahme. Wer das ursprüngliche Bali mit intakter Natur, wenig Verkehr und wenig Bebauung erleben möchte, muss gezielt danach suchen. Viele Gegenden sind heute stark bebaut, vom Verkehr geprägt oder mit den Folgen des enormen Tourismuswachstums konfrontiert.

Das Bali aus den Postkartenmotiven gibt es noch – aber längst nicht mehr in dem Ausmaß, wie es die Bilder in den sozialen Medien vermuten lassen.


🚦 Verkehr – für mich eines der grösseren Probleme

Wer Bali nur von Bildern kennt, unterschätzt vermutlich den Verkehr. Zumindest ging es mir so. Ich war schon oft in Thailand und Vietnam, war auch schon in Kambodscha. Und fast überall mit dem Roller oder Motorrad unterwegs. Aber das hier ist nochmals ganz etwas anderes. In vielen Gegenden sind die Strassen extrem voll. Roller, Autos, Taxis, Lieferfahrzeuge und Lastwagen teilen sich Strassen, die für das heutige Verkehrsaufkommen viel zu klein sind. Hinzu kommen teils sehr schlechte Strassenverhältnisse. Kurze Strecken können dadurch überraschend lange dauern.

In touristischen Orten wie Ubud und in Grossen teilen des Südens von Bali hat man das Gefühl, der Verkehr kollabiert demnächst. Auch Sidemen, eine ansonsten sehr schöne Gegend, hat extrem mit LKW-Verkehr zu kämpfen. Dazu kommen Abgase und Lärm. Gerade auf dem Roller bekommt man das unmittelbar zu spüren. Man fährt teilweise längere Zeit hinter Autos und Lastwagen, steht im Verkehr und atmet deren Abgase ein. Und irgendwann fragt man sich: Wie viel Verkehr verträgt eine relativ kleine Insel eigentlich? Natürlich kenne ich Verkehrschaos aus anderen Ländern Südostasiens. Aber auf Bali empfinde ich die Situation anders. Der Verkehr löst bei mir ein Stressgefühl aus, das ich so bisher nicht kannte. Die Insel ist klein, die touristische Konzentration enorm und viele Straßen sind schlicht nicht für die heutige Belastung ausgelegt.


🛣️ Straßen und Infrastruktur

Was mich ebenfalls überrascht hat, ist der Zustand der Infrastruktur.

Bali erlebt seinen internationalen Tourismusboom schließlich nicht erst seit gestern.

Die Insel gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Ferienzielen der Welt.

Umso erstaunlicher fand ich, dass manche Straßen in sehr schlechtem Zustand sind und die Infrastruktur vielerorts offensichtlich Mühe hat, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Ein kleines, aber für mich bezeichnendes Beispiel war die Fähre.

Es gibt zwar ein Online-Buchungssystem. Dieses war bei meiner Reise jedoch nur auf Indonesisch verfügbar, und mit meinen internationalen Kreditkarten konnte ich nicht bezahlen. Das ist kein Weltuntergang. Aber für eine Destination, die seit Jahren Millionen internationale Gäste empfängt, sind es genau solche Dinge, bei denen ich mich frage: Wie kann das sein? Hotels, Villen, Beach Clubs, Restaurants und touristische Angebote entstehen in rasantem Tempo. Bei der grundlegenden Infrastruktur hatte ich dagegen immer wieder das Gefühl, dass sie dieser Entwicklung hinterherläuft.


🗑️ Müll – ein Problem, das man nicht übersehen kann

Auch Müll gehört leider zu meinen Eindrücken von Bali. Dieser ist vielerorts in Asien ein Problem. Natürlich ist das kein Problem, das ausschließlich Bali betrifft. Aber hier verbrennen viele ihren Müll vor dem Haus. Dieser Qualm und Gestank nimmt man überall wahr - wenn man auf den Strassen unterwegs oder teils sogar, wenn man auf der Terrasse sitzt. Auch in anderen Ländern Südostasiens habe ich Müll gesehen und erlebt, dass Abfälle verbrannt werden. Auf Bali ist mir das Müllverbrennen jedoch besonders stark aufgefallen. Der Rauch und Geruch waren vielerorts allgegenwärtig.

Die Insel ist relativ klein und gleichzeitig muss sie eine enorme Zahl an Menschen und Touristen aufnehmen. Gerade bei einer Insel, deren internationales Image so stark von Natur, Stränden, Reisfeldern und tropischer Landschaft lebt, finde ich diesen Gegensatz besonders schade.


🏗️ Bali – Opfer des eigenen Erfolgs?

Je länger ich auf der Insel unterwegs war, desto häufiger stellte ich mir diese Frage.

Bali zieht seit Jahrzehnten Millionen Menschen an. Und natürlich bringt Tourismus Arbeitsplätze, Einkommen und wirtschaftliche Entwicklung. Aber Wachstum hat auch seinen Preis.

  • Immer mehr Hotels.

  • Immer mehr Villen.

  • Immer mehr Restaurants.

  • Immer mehr Fahrzeuge.

  • Immer mehr Menschen auf relativ begrenztem Raum.

Und irgendwann scheint ein Punkt erreicht zu werden, an dem die Infrastruktur nicht mehr mithalten kann. Genau diesen Eindruck hatte ich in vielen Teilen Balis. Nicht Bali selbst ist für mich das Problem. Das Problem ist, was man aus grossen Teilen dieser wunderschönen Insel gemacht hat.


🌋 Und plötzlich zeigt Bali wieder, warum es berühmt wurde

Das Verrückte an Bali sind für mich die Gegensätze. Man kämpft sich durch Verkehr, Abgase und dicht bebaute Gegenden. Und dann verändert sich plötzlich alles.

Die Häuser werden weniger. Der Verkehr verschwindet. Vor einem liegen Reisfelder, Berge oder ein Vulkan. Man fährt durch tropischen Wald, vorbei an Palmen und kleinen Dörfern. Und plötzlich ist es da: Das Bali, das man von den Bildern kennt.

Diese Momente gehören für mich zu den schönsten meiner Reise. Die Natur kann spektakulär sein. Vulkane, Dschungel, Reisfelder, Wasserfälle, Küstenlandschaften und Sonnenuntergänge – landschaftlich hat Bali unglaublich viel zu bieten.

Und genau deshalb finde ich die Entwicklung teilweise so schade. Denn man bekommt immer wieder einen Eindruck davon, wie außergewöhnlich diese Insel wohl einmal gewesen sein muss.


🍛 Balinesische und indonesische Küche

Beim Essen bin ich ebenfalls etwas zwiegespalten.

Es gibt durchaus indonesische und balinesische Gerichte, die mir sehr gut schmecken.

Und besonders in kleinen Warungs kann man teilweise hervorragend und sehr günstig essen. Nach mehreren Wochen hatte ich persönlich allerdings das Gefühl, dass sich viele Geschmacksrichtungen wiederholen. Irgendwann hatte ich die Gerichte, die mir besonders gefallen, relativ schnell durchprobiert. Das ist natürlich vollkommen subjektiv. Andere Reisende lieben die indonesische Küche. Für mich persönlich gehört sie jedoch nicht zu meinen Favoriten in Südostasien. Gerade die vietnamesische oder thailändische Küche empfinde ich beispielsweise als deutlich abwechslungsreicher.

Dafür findet man in den touristischen Gegenden Balis praktisch alles.

Westliche Küche, italienisch, japanisch, Burger, Steaks, moderne Cafés und internationale Restaurants – kulinarisch muss hier niemand ausschließlich indonesisch essen.


🙏 Bali ist mehr als Massentourismus

Bei aller Kritik möchte ich einen Punkt nicht vergessen. Bali besteht nicht nur aus Verkehr, Hotels und touristischen Hotspots. Die Insel besitzt eine eigene Kultur und Identität, die man vielerorts noch deutlich spürt. Tempel, Zeremonien, Opfergaben und religiöse Traditionen gehören zum Alltag. Gerade wenn man mit dem Roller durch kleinere Orte fährt, begegnet einem immer wieder ein Bali, das mit Beach Clubs und Instagram nur wenig zu tun hat. Auch das gehört für mich zur Insel. Und wahrscheinlich ist gerade dieser Kontrast einer der Gründe, warum Bali bis heute so viele Menschen fasziniert.


🤔 Würde ich Bali noch einmal besuchen?

Grundsätzlich finde ich, dass man allem eine zweite Chance geben sollte. Vielleicht hatte man einfach nur Pech oder es war nicht der richtige Zeitpunkt. Bei Bali ist das für mich allerdings anders. Das Gesamtpaket hat mich nicht überzeugt. Deshalb werde ich Wahrscheinlich nicht noch einmal hinreisen. Das bedeutet aber nicht, dass ich bereue, Bali besucht zu haben. Ganz im Gegenteil. Bali stand auf meiner To-do-Liste und ich wollte mir selbst ein Bild machen. Das habe ich getan. Ich bin froh, die Insel gesehen und nicht einfach die Meinung anderer übernommen zu haben. Nur hat sich meine Skepsis, die ich bereits vor der Reise hatte, in vielen Punkten bestätigt. Teilweise sogar stärker, als ich erwartet hatte.


❤️ Die Insel ist nicht das Problem

Das ist wahrscheinlich mein wichtigstes Fazit nach mehreren Wochen auf Bali.

Bali selbst ist nicht das Problem. Die Insel hat liebenswerte Einwohner, kulturell und landschaftlich unglaublich viel zu bieten. Dort, wo Natur und ursprüngliche Landschaft noch vorhanden sind, finde ich Bali wunderschön. Was mich enttäuscht hat, ist die Entwicklung grosser Teile der Insel.

  • Zu viel Verkehr.

  • Zu viele Abgase.

  • Zu viel Bebauung.

  • Müll verbrennung.

Teilweise schlechte Straßen. Und eine Infrastruktur, die für mich mit der enormen touristischen Entwicklung nicht Schritt gehalten hat. Vielleicht ist Bali damit ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ein Reiseziel über Jahrzehnte immer erfolgreicher wird und irgendwann an die Grenzen dieses Erfolgs stößt.

Die Schönheit, die Millionen Menschen nach Bali gebracht hat, gerät durch genau diesen Erfolg zunehmend unter Druck.


🏝️ Und dann kam Lombok …

Besonders interessant wurde meine Reise für mich, als ich Bali verliess.

Denn mein zweiter Monat in Indonesien führte mich nach Lombok.

Nur eine Fährfahrt entfernt fand ich plötzlich vieles von dem, was ich mir ursprünglich von Bali erhofft hatte.

  • Weniger Verkehr.

  • Weniger Bebauung.

  • Mehr Platz.

  • Mehr Ruhe.

Und teilweise fantastische Landschaften. Lombok hat mir persönlich deutlich besser gefallen. Gleichzeitig hatte ich dort einen Gedanken, der mich während meiner Reise immer wieder beschäftigte: Wie lange bleibt Lombok noch so?

  • Auch dort wird gebaut.

  • Auch dort wächst der Tourismus.

  • Auch dort entstehen neue Hotels, Straßen und touristische Gebiete.

Und ich hoffe, dass Lombok in zehn oder zwanzig Jahren nicht dort steht, wo Bali heute steht. Aber das ist eine andere Geschichte.

👉 Weiter geht es in meinem Reisebericht über Lombok.


📍 Meine Reiseberichte aus Bali

Dieser Artikel ist meine persönliche Gesamtbetrachtung der Insel.

In meinen einzelnen Reiseberichten gehe ich genauer auf die verschiedenen Stationen meiner Bali-Reise ein. Dort zeige ich nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem, wie ich die jeweiligen Orte tatsächlich erlebt habe:

🛵 meine Strecken mit dem Roller🌋 Landschaften und Natur🏨 Unterkünfte und die besten Gegenden zum Übernachten🍛 Restaurants und Warungs📍 Sehenswürdigkeiten und Ausflüge💰 Preise und Kosten👍 was mir gefallen hat👎 und was ich persönlich nicht nochmals machen würde, denn Bali besteht nicht nur aus einem Ort. Und auch wenn mich die Insel insgesamt nicht überzeugt hat, gab es unterwegs immer wieder Gegenden und Erlebnisse, die mir sehr gut gefallen haben.

Genau diese Unterschiede möchte ich in meinen einzelnen Reiseberichten zeigen.


Meine Stationen auf Bali

📍 Semyak 📍 Sidemen – Reisebericht 📍 Ubud – Reisebericht 📍 Pemutaran – Reisebericht 📍 Munduk – Reisebericht 📍 Sekumpul – Reisebericht

📍 Kintamani – Reisebericht 📍 Amed – Reisebericht

Die einzelnen Berichte werden nach und nach ergänzt.


Mein Fazit

Bali stand lange auf meiner To-do-Liste und ich bin froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, die Insel über mehrere Wochen mit dem Roller selbst zu erkunden.

Landschaftlich hat Bali ohne Zweifel einiges zu bieten. Die Vulkane, die tropische Vegetation, Reisfelder, Berge die mich immer wider begeisterten. Gerade in den weniger erschlossenen Gegenden habe ich Momente erlebt, in denen ich sehr gut verstehen konnte, warum Bali diesen besonderen Ruf bekommen hat.

Gleichzeitig hat der jahrzehntelange Massentourismus deutliche Spuren hinterlassen. Der enorme Verkehr, die Abgase, die starke Bebauung, Müll und eine Infrastruktur, die vielerorts mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten hat, gehören heute ebenfalls zu Bali. Das lässt sich nach meiner Erfahrung nicht einfach ausblenden.

Und genau dieser Gegensatz hat meinen Eindruck der Insel geprägt.

Das ist meine persönliche Wahrnehmung. Dass viele Menschen Bali völlig anders erleben, steht außer Frage. Millionen Menschen besuchen die Insel jedes Jahr, viele kommen immer wieder, andere bleiben für Monate oder Jahre oder bauen sich hier sogar ein neues Zuhause auf. Und das ist auch gut so. Jeder reist anders, jeder sucht etwas anderes und jeder nimmt einen Ort anders wahr. Ich möchte deshalb niemandem sagen, ob Bali eine Reise wert ist oder nicht. Ich kann nur beschreiben, wie ich die Insel während meiner Reise erlebt habe.

Für mich persönlich hat Bali nicht gepasst. Ich bin froh, hier gewesen zu sein und mir meine eigene Meinung gebildet zu haben. Gleichzeitig weiß ich nach dieser Reise, dass es mich wahrscheinlich kein zweites Mal nach Bali ziehen wird. Und vielleicht gehört auch genau das zum Reisen: Nicht jeder Ort, den Millionen Menschen lieben, muss auch der eigene Lieblingsort werden.

Für mich führte die Reise anschließend weiter nach Lombok.

Und dort sollte mein Eindruck von Indonesien noch einmal ein ganz anderer werden.


🌱 Auch wir Reisenden sind ein Teil dieser Entwicklung

Während meiner Reise habe ich mir allerdings auch eine andere Frage gestellt.

Wenn ich heute den Massentourismus, den Verkehr oder die starke Bebauung Balis kritisch sehe, wäre es zu einfach, nur auf die Entwicklung der Insel zu zeigen.

Denn wir alle tragen unseren Teil dazu bei, dass Bali heute das ist, was es ist.

Und davon nehme ich mich ausdrücklich nicht aus.

Wir reisen an diese Orte, berichten darüber, machen Fotos und Videos und teilen unsere Erlebnisse auf Instagram, YouTube, Blogs und anderen Plattformen. Damit wecken wir bei anderen Menschen wiederum den Wunsch, dieselben Orte zu besuchen. Genau das mache auch ich mit meiner Webseite und meinen Videos.

Social Media hat diesen Effekt in den vergangenen Jahren noch einmal enorm verstärkt. Ein besonderer Strand, ein Wasserfall oder ein Aussichtspunkt kann innerhalb kurzer Zeit weltweit bekannt werden. Immer mehr Menschen möchten genau dieses Bild selbst erleben – und mit ihnen kommen neue Unterkünfte, Restaurants, Straßen, Verkehr und weitere touristische Angebote. Das ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Tourismus schafft Einkommen, Arbeitsplätze und Möglichkeiten für viele Menschen. Aber vielleicht sollten wir uns als Reisende trotzdem gelegentlich bewusst machen, dass auch unser eigenes Verhalten Teil dieser Entwicklung ist.

Wir können nicht auf der einen Seite immer neue unberührte Orte suchen, sie fotografieren, filmen und weltweit teilen – und uns anschließend wundern, wenn sie irgendwann nicht mehr unberührt sind. Diese Gedanken nehme ich auch für mich selbst aus Bali mit. Denn vielleicht gehört zu verantwortungsvollem Reisen nicht nur die Frage, wohin wir als Nächstes reisen, sondern auch, wie wir darüber berichten und was wir damit möglicherweise auslösen. Eine einfache Antwort darauf habe ich nicht. Aber ich finde, es ist eine Frage, die wir uns stellen sollten.


Der Weg ist das Ziel.



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